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Systemarchitektur: So funktioniert FMWeb (Technik-Überblick für IT-Abteilungen)

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Modul: Hintergrundwissen / IT & Technik

Zielgruppe: IT-Administratoren, Systemverantwortliche, IT-Sicherheit

Stand: FMWeb 10.7.2 (ZIP-Deployment)

Dieser Artikel beschreibt, wie FMWeb technisch aufgebaut ist: welche Komponenten es gibt, wo Ihre Daten liegen und wie die Bausteine zusammenspielen. Er richtet sich an IT-Abteilungen, die FMWeb betreiben, prüfen oder freigeben möchten. Ergänzend: Netzwerk und Ports in Artikel 143, Hintergrunddienste in Artikel 144, Installation in Artikel 145.

Das Wichtigste in Kürze

  • FMWeb ist eine On-Premise-Anwendung: Sie läuft vollständig auf Ihrem eigenen Windows-Server. Es gibt keine Cloud-Datenhaltung – Ihre Fuhrpark-Daten verlassen Ihr Haus nicht.
  • FMWeb ist ein einziger Prozess (FmWeb.Blazor.exe): Webserver, Benutzeroberfläche und alle Hintergrundaufgaben laufen zusammen in dieser einen Anwendung. Es werden keine zusätzlichen Windows-Dienste installiert.
  • Die Anwendung ist self-contained: Die .NET-Laufzeitumgebung ist im Lieferumfang enthalten; auf dem Server muss kein .NET installiert werden.
  • Alle Geschäftsdaten liegen in Microsoft SQL Server – eine Systemdatenbank plus eine Datenbank je Mandant.
  • Der klassische Flottenmanager (Windows-Anwendung) und FMWeb arbeiten auf denselben Datenbanken und können parallel betrieben werden.
  • Die einzige regelmäßige Internet-Verbindung des Servers ist die Lizenz- und Update-Prüfung gegen api-fmweb-prod.cloudkasten.net (Artikel 146). Es gibt keine Telemetrie.

Komponenten im Überblick

<!-- Portal-Redaktion: Abbildung kb/bilder/142-systemarchitektur-datenfluss.svg an dieser Stelle einfügen; das Text-Diagramm darunter ist der Fallback. -->

  Anwender-Browser                Fahrer-Browser/Smartphone
  (Backoffice)                    (Fahrerportal)
        │                               │
        └──────────────┬────────────────┘
                       │  HTTP + WebSocket, Port 9998
                       │  (bzw. HTTPS über Reverse Proxy)
                       ▼
       ┌────────────────────────────────────┐
       │  FMWeb-Server (Windows)            │
       │  FmWeb.Blazor.exe                  │
       │  – läuft als geplanter Task        │
       │    \Cloudkasten\FMWeb              │
       │  – Web-UI (Blazor Server)          │
       │  – 13 Hintergrundaufgaben          │
       └───┬──────────┬──────────┬──────────┘
           │          │          │
           ▼          ▼          ▼
   SQL Server    Dateifreigabe   Ausgehende Verbindungen
   FPSystem      (SMB/UNC)       – SMTP (E-Mail)
   Flottenmg.001 Dokumenten-     – Lizenz/Updates (HTTPS)
   Flottenmg.002 ablage (DMS)    – optionale Integrationen:
   …                               fleet-id, YellowFox,
           ▲                       DKV-Postfach (IMAP)
           │
   Klassischer Flottenmanager (Windows-Client)
   arbeitet auf denselben Datenbanken
KomponenteWas sie istWo sie läuft
FMWeb-WebanwendungBlazor-Server-Anwendung (.NET 10): Backoffice und Fahrerportal in einem ProzessIhr Windows-Server, geplanter Task
SQL ServerSystemdatenbank FPSystem + je Mandant Flottenmanager001, Flottenmanager002, …Ihr SQL Server (lokal oder eigener DB-Server)
Dokumentenablage (DMS)Dateiablage für Fahrzeug- und FahrerdokumenteLokaler Pfad oder UNC-Freigabe (Artikel 106)
Klassischer FlottenmanagerWindows-Desktop-Anwendung (optional, parallel nutzbar)Arbeitsplätze bzw. Terminalserver
FahrerportalTeil der Webanwendung – kein separater DienstGleicher Prozess, eigener Login (Artikel 19)

Die Webanwendung: Blazor Server

FMWeb verwendet die Microsoft-Technologie ASP.NET Core Blazor Server. Das bedeutet:

  • Die gesamte Anwendungslogik läuft auf dem Server. Der Browser zeigt nur die Oberfläche an und sendet Eingaben zurück.
  • Browser und Server halten dafür eine dauerhafte WebSocket-Verbindung („Circuit"). Firewalls und Proxies müssen WebSockets durchlassen und langlebige Verbindungen erlauben – Details in Artikel 124.
  • Es wird kein Anwendungscode und keine Datenbank in den Browser übertragen. Was der Anwender nicht sehen darf, verlässt den Server nicht.
  • Ein Verbindungsabriss führt zum automatischen Wiederverbinden; nach längerer Trennung lädt die Seite neu.

Der eingebaute Webserver ist Kestrel und lauscht standardmäßig auf Port 9998 (HTTP). Für HTTPS wird üblicherweise ein Reverse Proxy vorgeschaltet oder ein HTTPS-Endpunkt mit Zertifikat in der appsettings.json konfiguriert (Artikel 143).

Datenhaltung

SpeicherortInhalt
FPSystem (Systemdatenbank)Anwenderkonten, Mandantenverzeichnis, Lizenz-/Registrierungsdaten, Einstellungen der Hintergrundaufgaben, Tankkarten-Import-Läufe, technisches Aufgabenprotokoll (TaskLogs)
Flottenmanager### (je Mandant)Alle Fuhrparkdaten des Mandanten: Fahrzeuge, Fahrer, Belege, Verträge, Schäden, Termine, E-Mail-Warteschlange, Protokolle, Führerscheinkontrolle
Dokumentenablage (DMS)Dokumentdateien zu Fahrzeugen und Fahrern auf einem Datei-Pfad bzw. einer Freigabe – die Datenbank speichert die Verweise
%ProgramData%\Cloudkasten\FmWeb\DataProtection-KeysSchlüsselbund für Anmelde-Cookies und verschlüsselte Werte (nur lokal, DPAPI-geschützt)
InstallationsverzeichnisProgrammdateien, appsettings.json (Ihre Konfiguration), Logs\-Ordner

Für Ihre Datensicherung heißt das: FPSystem, alle Flottenmanager###-Datenbanken, die Dokumentenablage, die appsettings.json und der DataProtection-Schlüsselordner gehören ins Backup (Details in Artikel 145).

Mandantenfähigkeit

FMWeb trennt Mandanten auf Datenbankebene: Jeder Mandant hat seine eigene SQL-Datenbank. Der Mandant wird beim Login ausgewählt und ist danach fester Bestandteil der Anmeldesitzung – ein Wechsel ist nur in die Mandanten möglich, für die das Anwenderkonto freigeschaltet ist (Artikel 111). Es gibt keine mandantenübergreifenden Abfragen in der Oberfläche; Hintergrundaufgaben arbeiten die Mandanten nacheinander ab.

Anmeldung, Rollen und Lizenzen

  • Zwei getrennte Anmeldewege: Anwender (Backoffice) und Fahrer (Fahrerportal) haben eigene Login-Seiten, eigene Konten und strikt getrennte Bereiche.
  • Die Anmeldung erfolgt über Sitzungs-Cookies (8 Stunden, verlängernd). Optional lässt sich Single Sign-On über OpenID Connect aktivieren (Artikel 115).
  • Innerhalb des Backoffice steuern Rollen und Berechtigungen, wer was sieht und ändern darf (Artikel 18); zusätzlich schalten Lizenzen Module frei (Artikel 112).
  • Kennwörter werden ausschließlich gehasht gespeichert. Fehlgeschlagene Anmeldeversuche sind pro Absender-IP begrenzt (Schutz vor Passwort-Rateversuchen).

Zusammenspiel mit dem klassischen Flottenmanager

FMWeb und der klassische Windows-Flottenmanager sind gleichberechtigte Clients derselben Datenbanken – es gibt keine Synchronisation und keinen Zwischenspeicher-Server, die Datenbank ist die gemeinsame Wahrheit. Daraus folgen drei Betriebs-Eigenschaften:

  1. Lesecaches: FMWeb hält häufig genutzte Listen (Fahrzeuge, Fahrer, Kataloge) bis zu 10 Minuten im Speicher. Eine Änderung, die direkt im klassischen Flottenmanager erfasst wird, kann daher bis zu 10 Minuten später in FMWeb erscheinen. Änderungen aus FMWeb selbst sind sofort sichtbar.
  2. Kennzahlen: Die Fahrzeug-Kennzahlen (KFZ-Info, z. B. Verbrauch und Kostensummen) berechnet die FMWeb-Hintergrundaufgabe regelmäßig neu – auch für reine Web-Installationen ohne Desktop-Client (Artikel 14).
  3. E-Mail-Versand: Beide Anwendungen nutzen dieselbe E-Mail-Warteschlange in der Datenbank; ein Sperrmechanismus verhindert, dass beide dieselbe E-Mail versenden (Artikel 01).

Hintergrundaufgaben

Alle Automatiken – E-Mail-Versand, Erinnerungen, Lizenzprüfung, Tankdaten-Import, Führerscheinkontroll-Abgleiche, Aufräumjobs – laufen als Hintergrundaufgaben innerhalb des FMWeb-Prozesses. Eine vollständige Liste mit Intervallen und Netzwerkzugriffen enthält Artikel 144; konfiguriert werden sie im Hintergrundaufgaben-Dashboard (Artikel 15).

Was FMWeb bewusst nicht tut

  • Keine Cloud-Datenhaltung: Fahrzeug-, Fahrer- und Belegdaten bleiben auf Ihren Systemen.
  • Keine Telemetrie: Es werden keine Nutzungs- oder Diagnosedaten an den Hersteller übertragen.
  • Keine externen Skripte: Die Oberfläche lädt sämtliche Skripte, Stylesheets und Schriften vom eigenen Server – keine CDN- oder Drittanbieter-Einbindungen im Browser.
  • Keine Datenweitergabe an Dritte: Ausgehende Verbindungen zu Integrationspartnern (fleet-id, YellowFox, Tankkarten-Anbieter) entstehen nur, wenn Sie die jeweilige Integration aktiv einrichten (Artikel 143).

Software-Stückliste (SBOM)

Für Sicherheitsprüfungen stellt FMWeb unter Systemadministration → SBOM eine vollständige Software-Stückliste der laufenden Instanz bereit, exportierbar als CSV oder CycloneDX 1.5 JSON (Artikel 113).

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AH
Geschrieben von Alexander Hagemann
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